03. Dezember 2019 - Dienstag - 19.30 Uhr - Buchcafé (Saal)

 

Daniel Gottlieb Messerschmidt - der erste Erforscher Sibiriens

Vortrag von Prof. Werner Lehfeldt (Göttingen)

 

Der aus Danzig gebürtige Arzt und Botaniker Daniel Gottlieb Messerschmidt (1685-1735) trat auf Einladung Zar Peters I. 1718 in russische Dienste und wurde im folgenden Jahr damit beauftragt, eine Expedition durch Sibirien zu unternehmen, die insbesondere der Ermittlung und Erforschung von Heilplanzen dienen sollte. Im Herbst 1719 machte sich Messerschmidt von Tobolsk aus mit sechs Fuhrwerken und nur unter Begleitung einiger weniger Diener und Soldaten auf den Weg. Vorher hatte er aus eigener Initiative ein Forschungsprogramm aufgestellt, das weit über die ihm erteilte Instruktion hinausreichte. Außer der Planzenwelt Sibiriens widmete Messerschmidt seine Aufmerksamkeit auch der Fauna, der Meteorologie, der Mineralogie, der Archäologie und den Sprachen der Völker Sibiriens. Im Verlaufe seiner beinahe acht Jahre dauernden Expedition gelangte er bis an die chinesische Grenze. Als er schließlich 1727 nach St. Petersburg zurückkehrte, führte er eine reichhaltige Sammlung von Forschungsgegenständen mit sich sowie umfangreiche, äußerst sorgfältig angefertigte wissenschaftliche Aufzeichnungen. In St. Petersburg verfasste er ein enzyklopädisches Werk „Sibiria perlustrata“. Beinahe der gesamte wissenschaftliche Nachlass Messerschmidts ist bis zum heutigen Tag unveröffentlicht geblieben, obwohl diesem Forscher ein ähnlicher Rang gebührt wie Alexander von Humboldt. Seit 2011 arbeitet der Vortragende zusammen mit drei St. Petersburger Kollegen daran, diejenigen Teile von Messerschmidts schriftlichem Nachlass zu erschließen und zu veröffentlichen, die sich auf die erste Etappe der Expedition (1719-1721) beziehen. Der erste Band soll rechtzeitig zum 300. Jubiläum des Beginns von Messerschmidts Sibirienexpedition erscheinen. In dem Vortrag wird es darum gehen, Messerschmidt vorzustellen und einen Überblick über Verlauf und Ertrag seiner Sibirienexpedition zu geben.

 

Prof. Dr. Lehfeldt (geb. 1943) war von 1975 bis 2011 Professor für slavische Linguistik an den Universitäten Bochum, Konstanz, Genf und Göttingen, daneben zehn Semester lang Gastprofessor an der Universität Basel. Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften sowie der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Von 2006 bis 2012 Vizepräsident der Göttinger Akademie. Ehrendoktor des Akademieinstituts der russischen Sprache in Moskau sowie der Universität Kasan.

 

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21. Januar 2020 - Dienstag - 19.30 Uhr 

Raffael, dem Maler der Sixtinischen Madonna zum 500. Todestag

 

Vortrag von Frau Dr. Feld (Eschwege)

 

Wer kennt sie nicht, die beiden pausbäckigen Engelfiguren, die verträumt am unteren Bildrand der sogenannten Sixtinischen Madonna lehnen. Mit ihnen wurde Raffael zu einem regelrechten Superstar der Werbebranche. Uns ist dagegen heute kaum noch bewusst, dass das Multitalent Raffael nicht nur als Maler, sondern auch als Architekt tätig war und dass die Wertschätzung eines Künstlers und seines Genies erst zu seinen Lebzeiten entstand. Deshalb behandelt der Vortrag anlässlich des 500. Todestages Raffaels nicht nur dessen Lebensgeschichte und künstlerischen Werdegang, sondern widmet sich auch der Bedeutung von Kunst und Künstlertums im Zeitalter der Renaissance.

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04. Februar 2020 - Dienstag - 19.30 Uhr

ARTHUR SCHOPENHAUER

 

Vortrag von Dr. Manfred Wagner (Bad Hersfeld)

 

 

„Das Leben ist eine missliche Sache, ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen über dasselbe nachzudenken.“ So begründete der junge Arthur Schopenhauer gegenüber dem 78jährigen Dichter Wieland in Weimar seine Absicht Philosophie zu studieren.

„Was ist das Ich? Was ist die Welt? Und wie hängt das eine mit dem anderen zusammen? Schopenhauer hat diese Frage auf eine Art beantwortet, die bis heute nichts von ihrer Radikalität verloren hat.“ So Rüdiger Safranski in der NZZ vom 24.11.2018.

In seinem vor 200 Jahren erschienenen Hauptwert „Die Welt als Wille und Vorstellung“ resümiert er: „Haben wir, wie unsere guten Eigenschaften und Stärken, so unsere Fehler und Schwächen ein für alle Mal deutlich erkannt, dem gemäß uns unser Ziel gesteckt und über das Unerreichbare uns zufrieden gegeben; so entgehen wir dadurch am sichersten, soweit es unsere Individualität zulässt, dem bittersten aller Leiden, der Unzufriedenheit mit uns selbst, welche die unausbleibliche Folge der Unkenntnis der eigenen Individualität, des falschen Dünkels und daraus entstandener Vermessenheit ist.“

Schopenhauer hat Dichter, Psychoanalytiker und Philosophen nachhaltig beeinflusst, z.B. Thomas Mann, Siegmund Freud und Friedrich Nietzsche.

 

Dr. Manfred Wagner wohnt in Bad Hersfeld. Er hat 2018 in zweiter Auflage das Buch „Schopenhauer und das Geld“ veröffentlicht und an der Herausgabe des Handschriftlichen Nachlasses mitgearbeitet.

 

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03. März 2020 - Dienstag - 19.30 Uhr - Buchcafé (Saal)

 

Eine kleine Kulturgeschichte des Schlafes

Lesung mit der Autorin Karoline Walter (Berlin)

 

Schlaf ist weit mehr als eine bloße Körperfunktion - wie Menschen schlafen, unterscheidet sich von Region zu Region. Während die Welt in so manchem Schöpfungsmythos aus den Körpern schlafender Urwesen entsteht, ist in der Genesis ein dauerwacher Gott am Werk, den sich der Mensch zum Vorbild nehmen soll. Welche Vorstellungen wir mit dem Schlaf verbinden, hat sich im Lauf der Zeit verändert. So nächtigen wir heute allein in Doppelbetten, während man sich früher eine Schlafstätte mit Familienmitgliedern und sogar Nutztieren teilte. Früher hielten Menschen Mittagsschlaf oder Siesta, während sie jetzt "Powernappen". Doch allen Optimierungstendenzen zum Trotz preist man heute den Schlaf auch nur um seiner selbst willen - als Zustand absoluten und puren Vergnügens.

 

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Theaterkritik heute - Podiumsdiskussion

 

Ludwig van Beethoven - 250. Geburtstag

 

Ernst Barlach - 150. Geburtstag

 

VIA REGIA - Kulturroute des Europarates

In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Kultur- und Informationszentrum Thüringen

 

ORCHESTER DER KULTUREN (Stuttgart)

 

Bitte beachten Sie den Veranstaltungsort am jeweiligen Tag. 

 

Eintritt für Nichtmitglieder 8 Euro / Mitglieder, Jugendliche und Kurgäste 5 Euro.

Vorverkauf: Hoehlsche Buchhandlung Bad Hersfeld

 

Weitere Informationen per Telefon: 06621-4109000 oder per Mail: info@kulturbund.eu 

 

Liebe Mitglieder, Freunde und Gäste des Kulturbundes Bad Hersfeld e.V.,

 

ab 25. Mai 2018 tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union (EU) in Kraft.  Damit unterliegt die Nutzung der Homepage und die Verarbeitung der Mitgliederdaten des Kulturbundes Bad Hersfeld e.V. neuen Richtlinien. Auch künftig sind die Datensicherheit und der verantwortungsvolle Umgang mit allen Veranstalter- und Mitgliederdaten gewährleistet.

 

Die Anerkennung der gültigen Satzungs- und Beitragsordnung wird jedem Mitglied des Kulturbundes Bad Hersfeld e.V. zur Zustimmung zugesandt.

 

Wir weisen darauf hin, dass im Rahmen von Veranstaltungen des Kulturbundes Bad Hersfeld e.V.  Bildaufnahmen von Personen zu Zwecken der öffentlichen Berichterstattung erstellt werden. Der Vorstand setzt hierbei Ihr Einverständnis voraus. Sofern Sie dies nicht wünschen, bitten wir um Mitteilung. 

Die zuständige Datenschutz Aufsichtsbehörde kann jederzeit angerufen werden:

Der Hessische Datenschutzbeauftragte Prof. Dr. Michael Ronellenfitsch

Postfach 3163 / 65021 Wiesbach 

T. 0611 - 14080 / E-Mail: poststelle@datenschutz.hessen.de .

 

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an den Vorstand wenden oder eine E-Mail an info@kulturbund.eu senden.

 

Der Vorstand

 

Der Vorstand dankt allen Mitgliedern, Freunden und Gästen des Kulturbundes Bad Hersfeld e.V. ganz herzlich für Ihren Besuch und Ihre Unterstützung.

 

Mit Ihrer Unterstützung werden wieder erstklassige Referenten, Schriftstellerinnen und Entdecker aus Forschung und Technik aktuelle Themen aufgreifen. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit zum Gespräch vor und nach den Veranstaltungen.

 

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